Neues IGF-Vorhaben 16790BG "Analyse und Vermeidung von Stick-Slip-Ereignissen bei der Schraubmontage zur Steigerung der Prozess-Sicherheit " am 01.11.2010 gestartet

Bei der Schraubmontage treten Stick-Slip-Vorgänge wegen immer kürzerer Montagezyklen mit steigenden Montagedrehzahlen und neuen Oberflächen bei der automatisierten Montage von Schraubenverbindungen verstärkt auf. Die mit dieser Prozessstörung verbundenen Produktionsausfälle sind gerade heute wegen der starken Vernetzung der Produktionsprozesse (just in time, just in sequence) erheblich - man denke an einen Bandstillstand von einigen Stunden mit hunderttausend Euro primären und sekundären Stillstandskosten wegen einer "kleinen Schraube". Die Ursachen sind oft nur unvollständig bekannt, was immer wieder zu falschen Erwartungen der Verhandlungspartner führt. Abhilfemöglichkeiten werden überwiegend erfahrungsgestützt ergriffen, ohne die Wirksamkeit im Vorhinein quantifizieren zu können. 
Von dieser Problemstellung sind insbesondere mittelständische Lieferanten betroffen, da diese zwar von den Anwendern in die Verantwortung genommen werden, jedoch keine Möglichkeit für die eigenständige Erforschung der Problematik besitzen. Bezüglich Stick-Slip-Ereignissen existiert bis jetzt noch keine ganzheitliche Betrachtung des Schraubprozesses, die in diesem Vorhaben durch die Zusammenführung von Oberflächenpaarungen, Antriebsstrang und Montageprozess erarbeitet wird.
Deshalb besteht bei den Mitgliedern des Deutschen Schraubenverbandes DSV und anderen Anwendern ein sehr großes Interesse, was zur Aufforderung der Forschungsstellen geführt hat, ein zielorientiertes und umfassendes Forschungsvorhaben zu erarbeiten.

Das Vorhaben wird durch den Deutschen Schraubenverband begleitet. Durchführende Forschungsstellen sind das Institut für Konstruktion/MVP der Universität Siegen sowie das Institut für Oberflächen- und Fertigungstechnik der Technischen Universität Dresden.